Vier der Münzen
Entdecken Sie die Geschichte und Symbolik der Tarotkarte Vier der Münzen, von der Marseille-Zahlenkarte zum Rider-Waite-Smith-Geizhals, der an seinen Münzen klammert.

Etymologie & Name
Die Zahl Vier im Tarot bedeutet Stabilität, Fundament und materielle Sicherheit. Die Vier der Münzen verbindet die Erdung der Vier mit dem Besitzanspruch der Münzen. Die Karte wird dem dritten Dekan des Steinbocks (20-30 Grad) zugeordnet, regiert von der Sonne, was die Disziplin des Steinbocks mit der Vitalität der Sonne verbindet.
Frühe Bildsprache
In der Marseille-Tradition zeigte die Vier der Münzen vier Münzen in einer symmetrischen, oft kreuzförmigen Anordnung. Die Anordnung suggerierte Stabilität und das Halten von Ressourcen, das Material in Ruhe.
Rider-Waite-Smith-Design
Pamela Colman Smiths Illustration von 1909 stellt eine Figur dar, die auf einem Hocker sitzt und mit beiden Armen eine Münze an die Brust presst. Eine weitere Münze ruht auf seinem Kopf, und seine Füße stehen auf zwei weiteren Münzen. Eine Stadt ist hinter ihm sichtbar. Die Figur ist der Geizhals, der seinen Reichtum so fest hält, dass er nicht fließen kann. Das Bild ist einer der materiellen Sicherheit, die um den Preis der spirituellen Armut erreicht wird.
Schlüsselsymbolik
Die Vier der Münzen repräsentiert Besitzanspruch, materielle Bindung und die Angst vor Verlust. Die an die Brust gepresste Münze ist das durch Reichtum bewachte Herz. Die Münze auf dem Kopf ist der von Geld dominierte Geist. Die Münzen unter den Füßen sind das Fundament, das auf materiellem statt spirituellem Boden gebaut wurde. Die Karte fragt: Was halten Sie so fest, dass es nicht wachsen kann?
Über Traditionen hinweg
Die Marseille-Tradition zeigt vier Münzen in einem geometrischen Muster. Der RWS-Entwurf führte den Geizhals ein und zog auf die mittelalterliche Tradition des Wucherers und die Sünde der Habgier. Im Thoth-Tarot betitelte Crowley die Karte „Macht" und stellte vier Scheiben in einer stabilen quadratischen Formation dar, was die strukturelle Macht betont, die aus materieller Kontrolle kommt. Crowley wies sie der Sonne im Steinbock zu.
Kultureller Kontext
Die Vier der Münzen wird der Sonne im Steinbock zugeordnet. Helen Farley bemerkt, dass der Geizhals auf den mittelalterlichen Topos des Wucherers zurückgeht, der von der Kirche für das Verleihen gegen Zinsen verdammt wurde. Die Karte spiegelt auch die moderne Angst vor finanzieller Sicherheit wider. Im Kontext der Farbe repräsentiert diese Karte den materiellen Bereich an seinem kontrahiertesten: Sicherheit, die zum Gefängnis wird.