Sechs der Münzen
Entdecken Sie die Geschichte und Symbolik der Tarotkarte Sechs der Münzen, von der Marseille-Zahlenkarte zum Rider-Waite-Smith-Kaufmann, der Münzen für die Armen abwiegt.

Etymologie & Name
Die Zahl Sechs im Tarot bedeutet Harmonie, Balance und Austausch. Die Sechs der Münzen verbindet das Gleichgewicht der Sechs mit der Großzügigkeit der Münzen. Die Karte wird dem zweiten Dekan des Stiers (10-20 Grad) zugeordnet, regiert vom Mond, was die Erdigkeit des Stiers mit der Empfänglichkeit des Mondes verbindet.
Frühe Bildsprache
In der Marseille-Tradition zeigte die Sechs der Münzen sechs Münzen in einer balancierten Anordnung, oft den Fluss von Ressourcen zwischen Geber und Empfänger suggerierend. Das geometrische Design vermittelte die Zirkulation des Reichtums.
Rider-Waite-Smith-Design
Pamela Colman Smiths Illustration von 1909 stellt einen wohlhabenden Kaufmann dar, der eine Waage hält und Münzen für zwei Bettler abwiegt, die vor ihm knien. Der Kaufmann ist gut gekleidet, und seine Waage ist das Instrument der fairen Verteilung. Das Bild ist einer der Großzügigkeit, die durch Gerechtigkeit balanciert wird: Der Geber gibt, was geschuldet ist, nicht mehr, nicht weniger. Die Karte repräsentiert die angemessene Zirkulation der materiellen Ressourcen.
Schlüsselsymbolik
Die Sechs der Münzen repräsentiert Großzügigkeit, fairen Austausch und die Balance von Geben und Empfangen. Der Kaufmann mit der Waage ist das Prinzip der Gerechtigkeit in materiellen Angelegenheiten. Die zwei Bettler sind die Empfänger, und die Waage stellt sicher, dass das Geschenk angemessen ist. Die Karte fragt: Geben und empfangen Sie in Balance? Wahre Großzügigkeit respektiert sowohl den Geber als auch den Empfänger.
Über Traditionen hinweg
Die Marseille-Tradition zeigt sechs Münzen in einem geometrischen Muster. Der RWS-Entwurf führte den Kaufmann und die Waage ein und zog auf die mittelalterliche Tradition des Almosengebens und die leiblichen Werke der Barmherzigkeit. Im Thoth-Tarot betitelte Crowley die Karte „Erfolg" und stellte sechs Scheiben in einer balancierten Anordnung dar, was die materielle Leistung betont, die aus rechtem Austausch kommt. Crowley wies sie dem Mond im Stier zu.
Kultureller Kontext
Die Sechs der Münzen wird dem Mond im Stier zugeordnet. Helen Farley bemerkt, dass der Kaufmann mit der Waage auf die mittelalterliche Tradition des gerechten Gewichts zurückgeht, einem biblischen Konzept des fairen Handels. Die Karte spiegelt auch den Sozialvertrag der gegenseitigen Hilfe wider. Im Kontext der Farbe repräsentiert diese Karte den materiellen Bereich an seinem balanciertesten: den Fluss von Ressourcen, der sowohl Geber als auch Empfänger erhält.