Luna
Tarot-Geschichte
Karte 7

Sieben der Stäbe

Die Sieben der Stäbe: von Marseille-Anordnungen zum Rider-Waite-Smith-Verteidiger auf dem Höhenzug, der sechs abwehrt — Tapferkeit, die hart errungene Position und der Mut, sie zu halten.

Sieben der Stäbe
ItalienischBastoni
FranzösischBâtons

Etymologie & Name

Die Farbe leitet sich vom italienischen 'Bastoni' und dem französischen 'Bâtons' ab. Die Sieben der Stäbe war im Kartenspiel 'Sette di Bastoni' oder 'Sept de Bâtons', ohne individuellen Namen. Die weissagende Bedeutung von Tapferkeit und defensivem Mut wurde von Okkultisten des neunzehnten Jahrhunderts zugewiesen und zog die prüfende Qualität der Zahl sieben in Verbindung mit dem heftigen Feuer des Löwen heran.

Frühe Bildsprache

In der Marseille-Tradition zeigte die Sieben der Stäbe sieben in einem strahlenden oder gewebten Muster angeordnete Stäbe, oft mit blätterrankem Ornament und kleinen Händen an den Rändern. Die Komposition war dekorativ, nicht szenisch. Wie bei allen Marseille-Kleinkarten wurde die Bedeutung aus Zahl und Farbe getragen, nicht aus irgendeiner Illustration.

Rider-Waite-Smith-Design

Pamela Colman Smith platzierte eine einzelne Figur auf einer hohen Felsbank am oberen Bildrand, die einen Stab erhoben gegen sechs Stäbe hält, die von unten gegen ihn gestochen werden. Der Verteidiger lehnt sich mit beiden Händen auf seinen Stab, seine grüne Tunique und seine gelben Stiefel leuchtend sichtbar gegen einen gelben Himmel. Die sechs Angreifer werden eher angedeutet als gezeigt — nur ihre Stäbe steigen vom unteren Rand auf.

Schlüsselsymbolik

Der Höhenzug des Verteidigers ist die Position, die gewonnen wurde und nun gehalten werden muss; sein einzelner Stab gegen sechs stellt die Asymmetrie der Verteidigung dar — einer gegen viele. Die Zahl sieben ist die Prüfzahl, die Schwelle, an der eine Sache sich bewährt, und die Karte fängt den Moment ein, in dem der Sieg gegen frische Herausforderungen verteidigt werden muss. Die Haltung ist entschieden, nicht verzweifelt — die Figur hat den Vorteil der Position und den Willen, ihn zu nutzen.

Über Traditionen hinweg

Die Marseille-Sieben ist eine dekorative Anordnung von Stäben ohne Szene. Smiths Illustration machte die Metapher der Tapferkeit wörtlich und zeigte einen Verteidiger gegen mehrere Angreifer. Im Thoth-Deck betitelt Crowley die Karte „Valour“, schreibt sie dem Mars im Löwen zu und stellt sieben Stäbe dar, die von einem zentralen Punkt ausstrahlen, der mit dem Widderkopf des Widders und dem Löwen des Löwen gekrönt ist — heftiges, kriegerisches Feuer, in einem einzigen Punkt gebündelt.

Kultureller Kontext

Der Hermetische Orden der Goldenen Dämmerung wies die Sieben der Stäbe dem Mars im Löwen zu, dem dritten Dekan des Löwen — dem Planeten des Krieges im Zeichen des Löwen, der heftigsten Kombination der Feuer-Trinität. Das Bild einer einzelnen Figur, die eine Höhe verteidigt, ruft die mittelalterliche Belagerung, das Grenzgefecht und den einzelnen Helden der epischen Dichtung auf. Als siebte Karte der Farbe prüft sie den Sieg der Sechs, indem sie fragt, ob der Wille, der ihn gewann, sich unter Druck behaupten kann.

Kartenbedeutung