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Tarot-Geschichte
Karte 9

Neun der Schwerter

Entdecken Sie die Geschichte und Symbolik der Tarotkarte Neun der Schwerter, von der Marseille-Zahlenkarte zur Rider-Waite-Smith-Figur, die in Verzweiflung im Bett aufsitzt.

Neun der Schwerter
ItalienischNove di Spade
FranzösischNeuf d'Épées

Etymologie & Name

Die Zahl Neun im Tarot bedeutet Vollendung und die Annäherung an das Ende eines Zyklus. Die Neun der Schwerter verbindet die Endgültigkeit der Neun mit der Qual der Schwerter. Die Karte wird dem zweiten Dekan der Zwillinge (10-20 Grad) zugeordnet, regiert von Mars, was die Dualität der Zwillinge mit der Aggression des Mars verbindet.

Frühe Bildsprache

In der Marseille-Tradition zeigte die Neun der Schwerter neun Schwerter in einer Anordnung, die oft ein absteigendes oder erdrückendes Muster suggerierte. Das geometrische Design vermittelte das Gewicht des akkumulierten mentalen Drucks ohne eine menschliche Figur.

Rider-Waite-Smith-Design

Pamela Colman Smiths Illustration von 1909 stellt eine Figur dar, die im Bett aufsitzt und die Hände über das Gesicht in Trauer hält. Neun Schwerter hängen an der Wand dahinter, und die Bettdecke ist mit Rosen und astrologischen Symbolen verziert. Das Bild fängt den Moment der Mitternachtsverzweiflung ein, das Erwachen um drei Uhr morgens, wenn Ängste vergrößert werden. Die Figur ist wach, während die Welt schläft, allein mit ihren Gedanken.

Schlüsselsymbolik

Die Neun der Schwerter repräsentiert Angst, Albträume und das Leiden, das vom Geist geschaffen wird. Die Figur, die im Bett aufsitzt, ist der Schläfer, der durch die eigenen Ängste erweckt wurde. Die neun Schwerter an der Wand sind die Gedanken, die über ihr hängen. Die Rosen auf der Decke suggerieren, dass Schönheit selbst in Verzweiflung fortbesteht, und die astrologischen Symbole deuten an, dass das Leiden ein Muster hat. Die Karte fragt: Wie viel Ihres Leidens ist real, und wie viel ist der Geist, der Angst verstärkt?

Über Traditionen hinweg

Die Marseille-Tradition zeigt neun Schwerter in einem geometrischen Muster. Der RWS-Entwurf führte die Figur im Bett ein und zog auf die universelle Erfahrung von Nachtterror. Im Thoth-Tarot betitelte Crowley die Karte „Grausamkeit" und stellte neun bluttriefende Schwerter dar, was die selbstzugefügte Natur der mentalen Qual betont. Crowley wies sie dem Mars in den Zwillingen zu, dem Geist, der sich selbst angreift.

Kultureller Kontext

Die Neun der Schwerter wird dem Mars in den Zwillingen zugeordnet. Helen Farley bemerkt, dass das Bild der Mitternachtsverzweiflung auf die mittelalterliche Tradition der Acedia zurückgeht, die spirituelle Affligtion der Dunkelheit. Die Karte spiegelt auch das moderne Verständnis von Angst und Schlaflosigkeit wider. Im Kontext der Farbe repräsentiert diese Karte den Intellekt an seinem zerstörerischsten, den Geist, der das eigene Leiden erzeugt. Die Rosen auf der Bettdecke suggerieren, dass der Schmerz, obwohl real, nicht die ganze Wahrheit ist.

Kartenbedeutung