Luna
Tarot-Geschichte
Karte 17

Der Stern

Die Geschichte der Tarotkarte Der Stern: von La Stella in frühen Decks bis zur Rider-Waite-Smith-nackten Schenkerin unter einem großen Stern und der Thoth-Göttin Nut.

Der Stern
ItalienischLa Stella
FranzösischL'Étoile

Etymologie & Name

Vom lateinischen 'stella'. Der frühe italienische Name 'Le Stelle' steht im Plural — 'die Sterne' — und spiegelt die mehreren Sterne wider, die über der Figur gezeigt werden. Die Karte ist eines der stabilsten Bilder der Großen Arkana, das sich über vier Jahrhunderte kaum verändert hat.

Frühe Bildsprache

Vom Visconti-Sforza-Deck an kniet eine nackte Frau am Wasser und gießt Flüssigkeit aus zwei Gefäßen, während ein großer Stern und mehrere kleinere Sterne darüber leuchten. Das Marseille-Bild ist im Wesentlichen identisch mit der späteren Waite-Version — eine seltene Kontinuität. Die Figur greift wahrscheinlich Isis-Sirius und das klassische wasserschenkende Tierkreiszeichen Wassermann auf.

Rider-Waite-Smith-Design

Smith verfeinerte das überlieferte Bild mit großer Treue. Eine nackte Frau kniet mit dem rechten Knie auf dem Land und dem linken Fuß im Wasser und gießt aus zwei Krügen — einen in das Gewässer, einen auf die Erde. Über ihr leuchten acht Sterne, einer groß und golden, die anderen sieben klein. Ein Baum mit einem Vogel vollendet die Szene.

Schlüsselsymbolik

Die Nacktheit ist wahres Selbstsein, ungepanzert und unbeschämt. Die acht Sterne sind Sirius und die sieben klassischen Planeten, oder das Achtstern-Symbol der Wiedergeburt. Die beiden Ströme vereinen Bewusstes und Unbewusstes, Himmel und Erde; das Gewässer ist das tiefe Selbst; der Vogel auf dem Baum ist der Bote der Seele. Nach dem Sturz des Turms ist der Stern die stille Rückkehr von Hoffnung und Führung.

Über Traditionen hinweg

Die Marseille- und Waite-Bilder sind nahezu identisch, was den Stern zur am wenigsten veränderten aller Trümpfe macht. Im Thoth-Deck weist Crowley die Karte dem Wassermann zu und stellt die Göttin Nut dar, die die Wasser des Kosmos schenkt, mit einem großen Sirius-Stern im Zentrum und Lotuspflanzen darunter.

Kultureller Kontext

Die Karte ruft Isis-Sirius auf, dessen heliakischer Aufgang die Nilflut und die Erneuerung des Lebens markierte, und Venus als Morgenstern. Astrologisch entspricht sie dem Wassermann. Als Trumpf Nummer 17 folgt sie auf die Katastrophe des Turms — das erste sanfte Licht nach dem Zusammenbruch, die ruhige Führung, die zurückkehrt, wenn falsche Strukturen fallen.

Kartenbedeutung